Taiwanische Universitäten suchen wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch in Bodenrecht und Landmanagement

 

Auf Einladung mehrerer taiwanischer Universitäten sowie Berufs- und Verbände der Zivilgesellschaft hielt sich Prof. Magel zu Gastvorlesungen in der mit 23 Mio. Menschen dicht besiedelten und mit vielen Landkonflikten „gesegneten“ Insel (Fläche von ca. 35.000 qkm, was der Hälfte Bayerns entspricht) auf.

Nach Vorlesungen, Seminaren und Workshops über die für Taiwan extrem wichtige, aber bisher vernachlässigte Entwicklung und Stärkung  ländlicher Räume und Einführung in moderne Partizipations- und Planungsmethoden in der räumlichen Entwicklung, die Magel zusammen mit Bürgermeister Michael Pelzer aus der Modelldorferneuerungsgemeinde Weyarn bestritt, war die hoch besetzte wissenschaftliche Tagung am 20. November an der renommierten National Chengchi University in Taipeh der Höhepunkt des Besuches. Unter der Leitung des Dekans Prof. Dr. Song-Ling Yang und des zuständigen Chefs des Departments of Land Economics Prof. Dr. Shih-Jung Hsu und in Anwesenheit zahlreicher Professoren aus anderen Universitäten ging es um einen Vergleich der Bodenpolitik, Bodenordnungssysteme und Enteignungsstrategien in beiden Ländern. Auch die Aspekte einer modernen Flurbereinigung und Baulandpolitik  wurden heftig diskutiert. Zur Vertiefung dieses Komplexes wurde eine baldige Fortsetzung des universitären Dialogs vereinbart.

 

Symbolreiches Asien: Der Land-Manager Prof. Magel erhält eine Stofffigur des Land-Gottes und seiner Frau, der Landbürgermeister Michael Pelzer eine Figur eines Mandarins auf dem Lande.

Auch hohe politische Prominenz verfolgte die Vorträge der deutschen Experten auf der ersten Konferenz in Yilan an der Ostküste. In der BIldmitte der ehemalige Premierminister Taiwans von der DPP Xi Kun You und sein Landwirtschaftsminister und heutige Univ. Professor an der National Taiwan University (Alumnus von Göttingen)  Prof. Dr. Ching-Lung Lee (1.Reihe 5.v.links).


Vor dem Hintergrund der am TUM-Lehrstuhl laufenden Dissertation von TUM-Master Chin-Yi Wu über Entwicklungsstrategien zur Verbesserung der Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung in Taiwan (es gibt davon noch ca. 500.000 Menschen) besuchten Prof. Magel und Bgm. Pelzer unter Führung der gastgebenden akademischen Vereinigung zur gesellschaftlichen Transformation Taiwans (STAA)  (immerhin herrschte in Taiwan bis 1986 das Kriegsrecht) einige Ureinwohnerstämme in den östlichen Bergregionen Taiwans. Neben z. T. entwürdigenden infrastrukturellen Mängeln leiden die Stämme vor allem am Entzug ihrer angestammten Land- und rituellen Jagdrechte. Entsprechend viele Konflikte gibt es!

Ein wichtiges Ergebnis der Gespräche war die aufgrund der Anregung von Prof. Magel gegebene Absichtserklärung des Vorsitzenden der Vereinigung, Prof. Dr. Song-Gen Lee (er hat in Freiburg studiert), eine Akademie für ländliche Räume zu gründen und hierfür die Hilfestellungen der bayerischen Schwesterakademie in Anspruch zu nehmen.

 

Die beiden bayerischen Botschafter des ländlichen Raumes Bürgermeister Pelzer und Prof. Magel.

Ureinwohner schildern ihre Landkonflikte.

 

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SB / 22.11.2010