Iran forciert ländliche Entwicklung

Auf Einladung des iranischen Wissenschaftsministeriums hielt sich Prof. Magel 7 Tage lang in Teheran und in der an das Kaspische Meer angrenzenden Provinz Guilan auf.

Dort soll nämlich der dem Ministerium unterstehende Guilan Science and Technology Park (GSTP) zusammen mit der Provinz (vergleichbar einem deutschen Bundesland) und der stark von der Universität Karlsruhe aufgebauten „Universität Guilan Rasht“ in zwei Distrikten (entspricht etwa einem halben bayerischen Regierungsbezirk) Pilotprojekte zur ländlichen Entwicklung starten, bei denen von Vorneherein eine wissensbasierte „rural economy“ initiiert oder gestärkt werden soll. Als ausländischer Berater und Hochschulprofessor wurde Prof. Magel eingeladen, um Hilfestellung zu geben bei den zu etablierenden Organisations-, Beteiligungs- und Entscheidungsstrukturen. Eine entscheidende Mittlerrolle beim Besuch von Magel spielte der Iraner Konsulent Dr.-Ing. Ali Nikui, der einst in Hannover Geodäsie studiert und nachfolgend am Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung unter Prof. Hoisl über Flurbereinigung promoviert hat. Aus dieser Zeit rührt die enge Verbindung mit Prof. Magel.

Eine Hauptaufgabe des überaus herzlich empfangenen deutschen Experten war eine breit angelegte Vortrags-, Vorlesungs-, Workshop- und Besichtigungstour, bei der es immer wieder zu Vergleichen zwischen deutscher und iranischer Philosophie und Denkweise, wissenschaftlichen Theorien und Methoden sowie den jeweiligen Partizipations- und Implementierungsansätzen kam. Ein besonderes Highlight war die Vorlesung von Prof. Magel in der Universität Guilan vor zahlreichen StudentenInnen des Studiums Rural Development! Seine Anforderungen an das wissenschaftliche Studium Ländliche Entwicklung wurden anschließend heiß diskutiert. Auch der als historisch bezeichnete und von Prof. Magel geleitete Workshop über „Strategies and Necessities for Rural Development in the Province Guilan“ kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Statt der erwarteten 60 Vertreter aus Behörden, Wissenschaft und Forschung sowie NGO und Politikkreisen kamen über 165 höchst wissbegierige Teilnehmer.

Getrennte Geschlechter im Audimax

Gespräch beim Provinz-Gouverneur von Guilan.

Beim Treffen mit dem iranischen Vizeminister für Wissenschaft Dr. Mehdi Nejad in Teheran erfuhr Prof. Magel den politischen Hintergrund für die landesweite ländliche Entwicklungskampagne: Als Antwort auf die riesige Landflucht der vergangenen Jahrzehnte (Teheran hat allein 10 Mio. EW!) haben Regierung und Parlament im neuen Fünfjahresplan 2011 – 2016 die Verstärkung der ländlichen Entwicklung zum Ziel erklärt. Dazu sollen Entwicklungskonzepte für Regionen und Dörfer erarbeitet werden, um die ländliche Lebensqualität zu erhöhen und ein Gleichgewicht zwischen Stadt, Land und Normadengebieten herzustellen. Dr. Nejad wörtlich: „Wir wollen eine Umkehr der rural-urban –migration“. In die Städte abgewanderte Landbewohner sollen sogar wieder zurückgeholt werden und dort zukunftsorientierte Arbeitsplätze und schöne Dörfer finden. Auf Einladung des iranischen Verbandes der Vermessungsingenieure, den Prof. Magel in die FIG geholt hat, hielt der Ehrenpräsident der FIG im noblen Haus der Ingenieurkammer hoch über Teheran einen Vortrag zur Rolle der Vermessungsingenieure bei der Ländlichen Entwicklung. Unter den über hundert Zuhörern fanden sich manche gern deutsch sprechende Professoren und Dozenten ein. Bisher spielen die iranischen Kollegen noch keine Rolle in der Ländlichen Entwicklung Irans, die eine Domäne der Geographen ist.

Prof. Magel sagte zum Abschluss seines Besuches seinen Gastgebern weitere akademische Unterstützung und fachliche Beratungshilfen zu.

Berichte in iranischen Tageszeitungen über den Besuch von Prof. Magel können hier betrachtet werden

Begrüßung an der Universität Guilan Öffentliche Diskussion im Distrikt Fuman ,einem der zwei Modelllandkreise zur ländlichen Entwicklung

Die Dorfbewohner von Jooben haben viele Sorgen und Fragen zur Infrastruktur und zum Hochwasserschutz. Center of rural development in Guilan
Intensive Pressebegleitung des Besuchs von Prof. Magel Meeting mit dem Vizeminister
Die schneebedeckten Berge im Stadtbild der 10-Millionen Metropole Teheran Unesco-Weltkulturerbe verdächtiges Bergdorf Masuleeh
Gefährdete alte Bausubstanz Meeting mit der Chefin der iranischen Geodäten
 
Voll in Aktion beim Workshop  

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