ForschungsNetzwerk "Zukunft Dorf"


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Mitgliederportrait und Forschung zum Thema "Zukunft Dorf"

Dipl.-Geogr. Silke Franke


1999 - 2004
Regionalplanerin bei LARS consult, München.

2004 - 2010
wiss. Mitarbeiterin am
Lehrstuhl Bodenordnung und Landentwicklung,
TU München.

2010 -
Referentin bei der Hanns Seidelstiftung
Akademie für Politik und Zeitgeschehen

Mitgliedschaften
Bayerische Akademie Ländlicher Raum
Franz von Assisi Akademie.
Schule der Dorf- und Landentwicklung

Forschungsvorhaben (
2002 - 2003)

"Evaluierung der Kommunalen Agenda 21 in Bayern"
Auftraggeber:
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

In Zusammenarbeit mit
auweck GmbH, München und
Münchner Projektgruppe für Sozialforschung MPS

Fragestellung / Methodeneinsatz

Die bayerische Analyse ist die umfassendste Untersuchung ihrer Art in Deutschland. Sie enthält sowohl eine detaillierte Bestandsaufnahme als auch weitgehende strategische Vorschläge für die künftige Entwicklung.

Grundlage der Untersuchung bilden folgende methodischen Bausteine:
  • Interviews mit 39 Experten,
  • Vollerhebung aller bayerischen Gemeinden, Städte und Landkreise mit bzw. ohne Agenda 21-Prozess mittels umfangreichem Fragebogen, wobei die Rücklaufquote bei über 50 % lag, 
  • Untersuchung von sieben Modellkommunen.
Die Erhebungen liefern nicht nur Daten zu den charakteristischen Merkmalen der kommunalen Agenda 21-Prozesse (KA 21) hinsichtlich ihrer Inhalte, Organisationsstrukturen, Beteiligungsformen und Verankerung, sondern verdeutlichen auch, wie ihre Erfolge zu bewerten sind und welche Potenziale genutzt werden können.

Aus den
Befunden wurde eine Reihe von Vorschlägen zur Weiterentwicklung der KA 21 abgeleitet. Sie setzen sich aus einem Maßnahmenkatalog sowie aus strategischen Überlegungen zusammen. Die Fülle an Ideen und der Blick in die Zukunft geben der aktuellen Diskussion über die KA 21 wesentliche Impulse, ohne damit aber verbindliche Empfehlung für die Kommunen zu sein.

Ergebnisse der Bestandsaufnahme u.a.

Der Agenda 21 fehlt die Verankerung in politische Entscheidungen bzw. in die Gesamtentwicklung.Nur bei rund 30 % der Kommunen werden immer oder häufig die Beschlüsse des Gemeinde-/Stadtrates bzw. des Kreistages auf ihren Beitrag zur KA 21 geprüft oder Schlüsselfragen der kommunalen Entwicklung auf ihre Vereinbarkeit mit der KA 21 überprüft.

Nur etwas mehr als 16% der Kommunen haben formale Spielregeln für eine Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und den Agenda-Gremien aufgestellt.  Trotz Vorbehalten gegenüber einer Formalisierung wurde es einigen Modellgemeinden bewusst, dass ihre z.T. isoliert nebeneinander arbeitenden Ebenen (Arbeits-, Steuerungs- und Entscheidungsebene) besser verzahnt werden könnten. Dies gilt auch für  andere Instrumente der Kommunalentwicklung, die sich gegenseitig positiv ergänzen könnten.

Auch erfolgreiche Prozesse haben irgendwann einen Neuerungsbedarf, der erst durch eine Reflexion bewusst wird. Der Zeitpunkt der Evaluation fällt in das Jahr der Johannesburg-Konferenz, zehn Jahre nach den Rio-Beschlüssen. In der Wahrnehmung vieler Beobachter geht damit eine erste Phase der Agenda-Praxis zuende, die von Anfangsversuchen und notwendigerweise zu sammelnden Erfahrungen geprägt war. Die Evaluierung könnte somit den Beginn einer zweiten Phase markieren, die in höherem Maße von Differenzierung, Professionalisierung, Formalisierung und Aktivierung der Akteure geprägt sein könnte.

Ergebnisse der Strategieentwicklung u.a.

Im strategischen Teil der Untersuchung spielt das Leitbild der nachhaltigen Bürgerkommune eine besondere Rolle. Die KA 21 wird auf dieses Leitbild bezogen, denn die Bürgerkommune steht für einen partnerschaftlichen Politikansatz aller Beteiligten. Dieser Ansatz von Vertrauen und Transparenz, aber auch klarer Verantwortungsteilung und Regeln, ist die Basis für einen erfolgreichen Prozess. Er beschreibt die politische Kultur erfolgreicher Agenda-Prozesse. Darauf aufbauend werden drei mögliche Varianten für eine Weiterentwicklung der KA 21 beschrieben. Dafür würde ein Optimierungs-, Integrations- und Kombinationsmodell konzipiert.

Wirkungen
Als Begleiteffekt der Untersuchung erhielten die Kommunen mit der Teilnahme an der Evaluation die Möglichkeit zu einer Selbstevaluation, indem sie anhand des Fragebogens den Stand ihrer eigenen KA 21 nachvollziehen konnten. Die Evaluation brachte außerdem eine Anerkennung und Aufwertung des politischen Anliegens zum Ausdruck und setzt so ein sichtbares Signal zur Stärkung und Weiterführung des KA 21-Prozesses.

Publikationen zu dem Thema

Quelle: Webiste des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Die Ergebnisse wurden in zwei Bänden dargelegt, einem Text- und einem Materialienband:

Wer sich für die Antworten aus mehr als der Hälfte der bayerischen Kommunen und das entsprechende Zahlenmaterial interessiert, wird zunächst auf den Materialienband zugreifen. Für die gesammelten und verdichteten Befunde sowie die Vorschläge zur Weiterentwicklung gibt der Textband umfassend Auskunft. Der eilige Leser findet dort auch in Kapitel 4 eine Sammlung aller Befunde und am Ende des Bands eine Zusammenfassung.


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Stand: Juni 2009